Napster und Co.- Ein Vergleich

Aus aktuellem Anlass – Spotify ging ja gestern in Deutschland (offiziell) an den Start – möchte auch ich meinen Senf zum Thema Musik-Flatrates abgeben.
Musikflatrates gibt es im Internet ja zu Hauf, darunter auch einige schwarze Schafe, auf die ich jedoch nicht weiter eingehen möchte. Ich möchte hier nur legale Angebote betrachten und versuchen einen Vergleich der Anbieter zu wagen, die ich in der Vergangenheit bereits benutzt habe oder immer noch benutze.

Fangen wir bei unserem „Neuzugang“ Spotify an. Er bietet, wie die meisten anderen Anbieter auch, weit über 10 Mio Songs. Mehr als ein Mensch in seinem gesamten Leben wohl hören kann oder will. Ob dieser Dienst jedoch auch für mich und meinen, nennen wir ihn etwas eigenen Musikgeschmack, in Frage käme, kann ich leider nicht beantworten. Mir war es trotz mehrerer Versuche und diverser Internetrecherche nicht möglich auch nur einen Account anzulegen, geschweige denn nur ansatzweise in den Genuss meiner derzeit favorisierten Musik zu kommen. Viele von euch werden mir nun Dümmlichkeit oder Ähnliches attestieren und darauf verweisen, dass man einfach nur seinen Login für Facebook einzugeben braucht um besagten Account zu erstellen. Aber genau hier liegt der Hund begraben. Ich besitze keinen Facebook Account. Zugegebenermaßen besaß ich in der Vergangenheit einen, jedoch habe ich mich aus Gründen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, dazu entschloßen, diesen Account stillzulegen. Dass es einem nicht möglich ist einen Spotify Account ohne einen Facebook Account anzulegen ist für mich ein absolutes K.O.-Kriterium.
Aus genannten Gründen kann ich deshalb auch keine Aussagen zur Qualität, Preis-Leistung und/oder Musikvielfalt von Spotify machen. Ein Service, der von mir einen Account eines sozialen Netzes fordert, kann mir gestohlen bleiben.
Auch kann ich all die Lobeshymnen auf Spotify im Netz nicht ganz nachvollziehen. Entweder ist es den Leuten dort draußen egal was mit ihren Daten passiert oder es geht für sie in Ordnung für manche Unternehmen komplett gläsern zu sein und sie an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Ich persönlich gehöre zu den Leuten, die auch in der heutigen Zeit noch ein wenig Privatsphäre schätzen und auf den Schutz ihrer persönlichen Daten achten. Und damit meine ich nicht meine Postanschrift, Telefonnummer oder meinen Namen, sondern eher persönlichere Daten wie meinen Aufenthaltsort, meine derzeitige Aktivität, etc.
Jetzt aber genug dazu. Wir wollen uns in diesem Artikel ja schließlich mit den Anbietern von legalen Musik-Flatrates und nicht mit dem Thema Datenschutz beschäftigen.

Kommen wir nun zu simfy.
Diesen deutschen Anbieter gibt es ja nun schon ein wenig länger. Auch ich habe diesen Anbieter getestet und mich aus nachfolgenden Gründen gegen ihn entschieden:

Punkt 1: Musikvielfalt
Von der Musikvielfalt war ich sehr beeindruckt. Ich fand Alles, was ich zu dem Zeitpunkt hörte und auch einige Titel von Interpreten, die nicht so ganz bekannt sind bzw. nur selten gehört werden dürften. Alles in Allem reichte mir das Angebot mehr als dicke. Die Soundqualität war meines Erachtens – nun gut, ich benutze die mitgelieferten Apfel-Kopfhörer – durchaus akzeptabel.

Punkt 2: Die App
Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich anfing diesen Service zu testen, war die App eine absolute Katastrophe. Von Schnelligkeit, Übersichlichkeit und Stabilität Lichtjahre entfernt. Die Offlinespeicherung von Titeln funktionierte zwar, jedoch dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis alle Titel geladen waren. Zudem konnte es vorkommen, dass die gespeicherten Tracks nach einem Neustart der App weg waren und erneut heruntergeladen werden mussten.

Punkt 3: Der Preis
Preislich gesehen schwimmt simfy mit dem Strom mit. Für 10€ monatlich gibt es die Musikflatrate ohne Werbeunterbrechungen und mit der Möglichkeit die Playlists offline zu speichern. Durchaus ein faires Angebot.

Was mich allerdings wirklich störte war die Tatsache, dass man die Playlists ausschließlich auf dem Smartphone und nicht auf dem PC oder Notebook speichern konnte. Ob das immer noch so ist, kann ich leider nicht beantworten, jedoch war dies für mich ein Grund diesen Service nicht weiter zu nutzen.

Und nun zu Napster
Der Name düfte bei jedem alten Internethasen einige Erinnerungen wach werden lassen. Napster war damals wohl die erste Tauschbörse für Musik und Ähnlichem, wurde dann aber wegen Urheberrechtsverletzungen geschlossen. Nun ist Napster seit ein paar Jahren zurück. Diesmal jedoch nicht als Tauschbörse, sondern als Anbieter von legalen Musik-Flatrates und Onlineshop für MP3-Titel. Diesen Service nutze ich seit nun mehr 3 Jahren und bin sehr zufrieden damit.

Punkt 1: Musikvielfalt
Mit der Musikvielfalt bin ich sehr zufrieden. Ich finde fast Alles, was ich suche und das in befriedigender Qualität. Auch hier wird die Soundqualität wohl eher durch die verwendeten Kopfhörer begrenzt. Wer allerdings etwas hochwertigere Kopfhörer benutzt, dürfte von den gebotenen 64kbps nicht ganz so begeistert sein. Die Qualität am PC ist jedoch mit bis zu 320kbps deutlich besser. Allerdings dürfte sich das Mitte dieses Monats auch bessern, da Napster einen Relaunch mit neuer App, besserer Qualität und mehr Titeln angekündigt hat.

Punkt 2: Die App
Die App finde ich sehr übersichtlich gestaltet, schnell und äußerst absturzresistent. Die Titel lassen sich relativ schnell herunterladen und das Streaming läuft sowohl im Wi-Fi als auch im 3G Betrieb sehr flott. So steht dem schnellen Musikgenuss Nichts im Wege.

Punkt 3: Der Preis
Ich nutze Napster momentan noch mit der alten Tarifstruktur und dem nicht mehr buchbaren Napster to-go Tarif. Dieser ermöglicht die mobile Nutzung mittels Smartphone sowie die Nutzung der Software zum Offlinespeichern auf dem heimischen PC. Der Tarif kostet mich monatlich 14,95€, was aufgrund der Möglichkeit zur Offlinespeicherung auf bis zu 3 PCs und 3 mobilen Playern durchaus in Ordnung geht. Laut Napster wird der aktuelle Tarif für 12,95€ monatlich jedoch mit dem Relaunch die selben Funktionen, wie mein alter Tarif erhalten, weshalb ich dann wohl auch zum neuen Tarifmodell wechseln werde.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit der Musik-Flatrate aus dem Hause Napster und kann sie jedem audiophilen Menschen oder Musikliebhaber nur ans Herz legen. Wer vorher wissen möchte ob dieser Anbieter etwas für ihn ist kann das Angebot 7 Tage lang kostenlos testen. Nähere Infos dazu gibt’s auf der Homepage von Napster.

Fazit
Trotz des etwas höheren Preises und der momentan noch nicht so hochwertigen Soundqualität bei Nutzung der App werde ich bei Napster bleiben. Zum einen aufgrund der mangelnden Möglichkeit zur Offlinespeicherung auf dem PC bei simfy, als auch aufgrund der Notwendigkeit zum Besitz eines Facebook Accounts bei Spotify.
Für mich liefert Napster das beste und stimmigste Komplettpaket.

Zum Support kann ich in allen drei Fällen leider nichts sagen, da ich ihn bisher nicht benötigt habe. Auch habe ich keine Erfahrungen bezüglich weiterer Services. Die hier genannten Äußerungen entsprechen meinem subjektiven Empfinden und mögen sicherlich nicht in allen Fällen zutreffen. Aus diesem Grund lasse ich mich gerne von euch belehren und lade euch ein mir eure Erfahrungen mit den von euch genutzten Anbietern in den Comments mitzuteilen.

so far,
Schleicher

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die Facebook Pflicht bei Spotify ist natürlich völlig daneben, spielt aber eigentlich auch keine Rolle, da man sich ja über eine Fake Facebook Account bei Spotify anmelden kann. Und dann ist auch kein gläsernder Nutzer…..Aber warum muß man hier ebenfalls Daten ( E Mail Adresse) preisgeben, um einen Kommentar abzulassen?

  2. Dann hätte ich allerdings noch eine Frage:
    Wird der Spotify Account mit dem Facebook Account verknüpft? Wenn ja, dann hat Facebook ja spätestens nach Eingabe meiner Kontodaten bei Spotify meinen Namen und meine Kontodaten. Mit dem Namen habe ich eher weniger Probleme, mit meinen Kontodaten auf Facebook Servern jedoch sehr wohl.

    Zu deiner Frage bezüglich der Angabepflicht einer Emailadresse:

    Die Angabe einer Emailadresse erachte ich schon allein in der Hinsicht als sinnvoll, als dass ich bei eventueller Inanspruchname durch Dritte aufgrund eines Nutzerkommentars handeln kann. Zudem ist es dadurch möglich, sich bei eventuellen Fragen an den Verfasser wenden zu können.

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